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Im folgenden möchten wir gerne näher erläutern, welche Faktoren für eine vorzeitige Entlassung eine wichtige Rolle spielen und nicht unberücksichtigt bleiben sollten.
Zum Beispiel wie grausam war die Tat und hat es eine Auseinandersetzung mit der Tat gegeben? Ist beim letzten Delikt eine Steigerung krimineller Energie zu bemerken (wenn das zutrifft, beeinflusst dieses eine mögliche positive Prognoseerstellung sehr ungünstig).
Handelt es sich bei dem Delikt um die Tat eines Serientäters, war das Opfer bekannt oder wurde es rein zufällig ausgewählt? In dem letzten Fall wirkt sich ein Bejahen sehr ungünstig auf eine Prognose aus. Hat vielleicht ein Gruppendruck bestanden? Wenn ja, dann kann dieses für eine Prognose günstig sein. Die Anwendung der Nedophil-Liste: Hierbei spielt die Rückfallgeschwindigkeit als maßgebliches Prognosekriterium eine große Rolle, z. B. ist ein Motiv erkennbar usw.
Hierbei wird die soziale- und deliktspezifische Vorgeschichte beleuchtet, exploriert, ob eine Reifung stattgefunden hat. Das Alter, wann die erste Gewaltanwendung stattgefunden hat (je früher Gewaltdelinquenz erkennbar, desto schlechter für eine günstige Legalprognose), Kontinuität im Lebenslauf, besonders hinsichtlich Kontinuität im Arbeitsleben, im Beziehungsfeld zu Frauen, Verhalten in Beziehungen sowie Stabilität der Beziehungen. Dann ist besonders wichtig, ob eine Suchtabhängigkeit vorhanden ist. Wenn ja, ist dieses schlecht für eine günstige Prognose. Ebenso ein Nichtvorhandensein von Schuldgefühlen, eine Verschiebung von Schuldzuweisungen auf andere, Non Akzeptanz gesellschaftlicher Werte und Normen = dissoziales Verhalten, das Vorhandensein psychischer Störungen oder Auffälligkeit, sind frühere Anpassungsstörungen bereits im Kindesalter erkennbar gewesen, steigende Rückfallgeschwindigkeit usw. Es wird besonderen Wert auf postdeliktische Entwicklung für eine Prognoseerstellung gelegt. Hierzu zählen die Faktoren: Wie gehe ich mit meinen Delikt um? Besteht eine Kontrollierbarkeit bei negativen Erlebnissen? Wie stabil - belastbar bin ich und kann ich mich meinen Schwächen stellen und daran arbeiten? Wie gehe ich mit Ärger und Frust um und vieles mehr. Ein weiterer Punkt ist es, dass Verwahrte die negativen Erscheinungsbilder von Hospitalisierung vermeiden, also sich nicht der Monotonie des Vollzugsalltags hingeben. Sie sollten innovativ ihr eingegrenztes Leben versuchen, einen besseren Sinn als nur "herum zu hängen" zu geben, indem man sich seinen Interessen widmet, neue Fertigkeiten erlernt, sich weiterbildet und am Gemeinschaftsleben teilnimmt. Lernen zu reden, sich richtig mitzuteilen - Selbsthinterfragung: was habe ich in der Therapie gelernt, welche Strategie der Rückfallvermeidung habe ich adaptiert, kann ich darüber mit dem/der Gutachter/in sprechen? Aus dem Zusammenwirken der vorab erläuterten Faktoren stellt sich dem/der Gutachter/in ein umfassendes Raster von möglichen deliktauslösenden Faktoren dar, die ein Grundmuster für die Bewertung der zu erstellenden Prognose ergeben. |
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